Dienstag, 2. Dezember 2014

Lesung: Dieses bescheuerte Herz


"Wenn man nicht fragt, ist die Antwort immer Nein." (Daniel Meyer) 


Keine Angst vorm Leben haben


Diese Worte haben sich in meinem Kopf festgesetzt, wenn ich an diesen einen Abend in Rüsselsheim zurückdenke. In einem kleinen Raum saß ein Mann auf der Bühne, ein Buch direkt vor ihm auf dem Tisch. Zwei Stunden lang erzählte er Episoden einer Geschichte, die er selbst erlebt hat. Eine Geschichte, die einem vor Augen führt, wie wichtig Menschen, die man liebt, für das eigene Wohlergehen sind; wie notwendig es ist, das Leben zu lieben. Dieser Mann war Lars Amend und er sprach über seinen "kleinen Bruder" Daniel. Obwohl ich beide vorher nicht kannte, wurde mir schnell klar: Das sind zwei besondere Menschen, die den Weg zueinander gefunden haben und seitdem das Leben gemeinsam bestreiten. Mit allen Facetten, die es zu bieten hat. Das ist nicht immer leicht, aber sie versuchen dabei ihre Träume und Wünsche stärker in den Vordergrund zu rücken als alles andere.

Als ich zu dieser Lesung ging, hatte ich keine großen Erwartungen, - oder besser gesagt - keine genaue Vorstellung davon, wie die Veranstaltung ablaufen sollte. Es war meine erste richtige Lesung. Der Hauptgrund, warum ich mich entschied zu dieser Veranstaltung zu gehen, war, dass eine Freundin mich fragte, ob ich sie begleiten würde. (An dieser Stelle ein großes Dankeschön dafür!) Natürlich sagte ich ja, in der Hoffnung es würde ein interessanter Abend werden. Durch eine kleine Googlerecherche im Vorfeld wusste ich grob über das Thema Bescheid. Den Rest wollte ich auf mich zukommen lassen, doch alles, was ich mir vorgestellt hatte, wurde übertroffen.



Es sind die Begegnung, die unser Leben bereichern



Lars Amend erfüllte den kleinen Raum mit seinen Worten und langsam senkten sie sich über seine Zuhörer bis der Raum vollkommen davon eingenommen war. Die ganze Zeit über war es still im Publikum, nur er erzählte. Man fühlte sich keineswegs unwohl, denn er war ein guter Erzähler; man könnte ihm stundenlang zuhören. Dadurch, dass er die Erlebnisse aus seiner Zeit mit Daniel nacherzählte und nicht nur vorlas, wurde alles viel greifbarer.
Die Frage, die sich am Anfang stellte: Was passiert, wenn ein Mann, der selbst nicht genau weiß, wo er im Leben gerade steht, in das Leben eines 15jährigen, herzkranken Jungen tritt? Die Antwort ist so tiefgründig, wie banal: Eine ganze Menge; festgehalten in dem Buch "Dieses bescheuerte Herz".
Es entstand eine außergewöhnliche Freundschaft und von da an erfüllten sie gemeinsam Daniels Wünsche, die er in Form einer Liste auf einem Blatt Papier zusammengefasst hatte. Fürs erste waren es 25 Stück. Dadurch veränderte sich vor allem Daniels Leben, aber auch Lars begann das Leben aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

"Wenn man so etwas erlebt, stellt man keine Fragen mehr nach dem Warum." (Lars Amend)




Es ist eine rührende Geschichte, die bewegt, inspiriert und zum Teil auch traurig macht. Aber vor allem hinterlässt sie sehr viel Mut. Mut das Leben zu leben, das man sich vorstellt. Weil es geht.

Was ich mitgenommen oder vielmehr neu erlebt habe: Man sollte nie vergessen, worauf es im Leben wirklich ankommt. Hört den Menschen zu, die eine Geschichte erzählen wollen. Und darüber hinaus, erzählt eure eigene. Gestaltet euer Leben nach euren Träumen und Vorstellungen. Es lohnt sich.

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